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Archive for the ‘Lebensbereiche nach Prof. J. Sieber’ Category

Es haben sich 8 verschiedene Lebensbereiche ergeben. Die Pflanzen in den Lebensbereichen haben ähnliche Ansprüche, deshalb sind die Übergänge fließend.

  • Wald, Gehölz- und Waldrand
  • Freifläche, Steingarten, Alpinum und Beet
  • Ufer- und Wasserpflanzen

Geht man nun von den Lebensbereichen aus, dann wird die Pflanzengesellschaft stabiler und pflegeextensiver sein, als ein buntes „Durcheinander“.

Waldstauden = Schattenstauden (G)

Hier im lichten Schatten oder Halbschatten, vornehmlich unter locker aufgepflanzten Bäumen, gedeihen viele „Waldstauden“ sehr gut. Sie stehen in enger Beziehung zu den Gehölzen und beleben diesen Bereich durch ihre Wuchsform und Blüte. Die verrotteten Blätter der Bäume sorgen für den erforderlichen humosen Boden und sollten nicht entfernt werden. Außerdem dienen sie als Kälteschutz. Hier ist der Pflegeaufwand generell geringer, da nicht allzu viele Samenunkräuter im tiefen Schatten wachsen (keimen). Es sind eher die Spezialisten die Geophyten und Farne.

Beispiel: Epimedium, Hosta, Tiarella, Polygonatum, Vinca, Waldsteinia, Carex morrowii, Luzula, Galanthus, Eranthis, Anemone nemorosa, Hyacinthoides hispanica, Adiantum, Athyrium nipponicum ‚Metallicum’;

Die Geophyten nutzen das Frühjahr zum Wachstum, wenn die Gehölze noch nicht beblättert sind. Dadurch kommt Licht und Wärme an den Boden.

Gehölz – Gehölzrand (GR)

Am Rande von Baum- und Strauchgruppen, vielfach in gutem, humosem Boden, finden zahlreiche Stauden optimale Standortverhältnisse. Zu beobachten ist, dass einige Arten mehr den offenen, sonnigen, warmen, südseitigen Gehölzrand bevorzugen. Andere gedeihen besser im kühlen, halbschattigen oder wechselschattigen Gehölzrand. Viele dieser Stauden bilden wunderschöne Blattteppiche, in denen man nicht mehr hacken sollte. Nur wenn der Wind zu viel Laub in diese Flächen geweht hat, ist das überschüssige Material zu entnehmen.

Beispiel: Cerastostigma, Buglossoides (Lithospermum), Geranium in Arten und Sorten, Helleborus, Molinia, Dryopteris, Matteuccia, Lilium martagon, Corydalis cava, Convallaria majalis

Freifläche (FR)

Ausserhalb der Stanorte von Bäumen und Sträuchern, auf freien, sonnigen Flächen, gibt es vielfältige Situationen, in denen Stauden günstige Lebensbereiche finden. Zahlreiche dieser „Freichflächenstauden“ sind wärme-liebend und teilweise gut hitzeverträglich. Dieses äußert sich durch eine silberne bis graue Blattfärbung, – behaarung oder –sukkulenz. Je nach Feuchtigkeit und Wasserhaltekraft unterscheidet man in:

  • Stauden für trockene, durchlässige Böden, oft auch Hanglagen, FR1
  • Stauden für normale, frische Böden FR2
  • Stauden für feuchte Böden FR3

Dazu gehören aber auch unbedingt die Stauden für trockenen, kalkhaltigen Boden und sonnenseits geneigte Flächen der Steppenheide (SH).

Beispiel: Kräuter wie Salvia, Lavandula, Thymus, Allium; Anaphalis, Asphodeline lutea, Agastache, Aster amellus, -linosyris, Dianthus, Echinops, Eryngium, Linum, Sedum telephium, Stachys byzantina, Verbascum, Yucca, Stipa, Festuca

Steinanlagen (ST)

Viele Stauden fühlen sich im Bereich von Steinen wohl. Manche sind nässeempfindlich und wachsen deshalb am besten in einem von Kies bzw. Felsbrocken durchsetzten Boden. Staunässe wird nicht vertragen.

Beispiel: Aubrieta, Campanula carpatica, Gypsophila, Thymus, Sempervivum,Festuca, Stipa, Allium, Wild-Tulpen

Beet (B)

Des Weiteren ist die Auswahl nach LB die Grundlage für eine rationelle Pflege. Viele Samen- und auch Wurzelunkräuter kommen mit den meist speziellen Standorten nicht zurecht (Wärme, Hitze und Trockenheit).

Die Auswahl nach den Lebensbereichen bedingt für die Stauden weniger Stress und somit weniger Krankheitsanfälligkeit. Die Pflanzung wirkt stabiler und bleibt länger ansehnlich. Das Beet ist in den meisten Gärten die häufigste Standortsituation. Und genau für diesen Lebensbereich gibt es eine Vielzahl an herrlichen Stauden mit stattlichem Habitus und prächtigen Blüten. Diese Stauden benötigen einen nährstoffreichen, frischen und humosen Boden (= guter Garten-Boden), sowie einen möglichst konkurrenzfreien Standort.

Unter den Stauden des Lebensbereichs „Beet“ gibt es Arten und Sorten, denen als „Leitstauden“ bei einer Beetstaudenbepflanzung eine dominierende Funktion zukommt, andere dienen zumeist als „Begleitstauden“. Die Stauden aus dem Bereich „Beet“ sind in der Regel pflegeintensiv, d.h. sie benötigen zwei Düngungen pro Jahr, Rückschnitt nach der Blüte und vor dem Winter sowie Bodenlockerungs- und Bodenverbesserungsmaßnahmen. Auch Wildkräuter(Unkräuter) müssen regelmäßig entfernt werden. Beetstauden sind in der Regel nicht konkurrenzstark, d.h. sie dürfen mit (stark) wuchernden Stauden nicht zusammengepflanzt werden.

Beispiel: Delphinium-Hybriden, Echinacea, Echinops, Eupatorium, Helenium, Heliopsis, Hemerocallis, Hosta, Iris in Arten und Sorten, Lupinus, Monarda, Paeonien in Arten und Sorten, Rudbeckia, Yucca

Lebensbereich Wasser/Wasserrand (W/WR)

W Wasserpflanzen
(allgemein)
WR Wasserrand
(allgemein)
W 1 Wasserpflanzen
(Blätter u. Triebe meist über Wasser)
WR 1 Sumpfpflanzen
(Sumpfzone)
W 2 Schwimmblatt Pflanzen WR 2 Röhrichtpflanzen
(Röhricht- Flachwasserzone)
W 3 Untergetauchte Pflanzen
(Submerse)
W 4 Freischwimmende Pflanzen

Für alle in Gartenteichen üblichen Wassertiefen gibt es geeignete Stauden bzw. Wasserpflanzen. Die Vielfalt der Wuchsformen dieser Stauden ist sehr groß. Nach den Wuchsformen lassen sich die Wasserpflanzen in folgende Gruppen einteilen:

  • Wasserpflanzen, die im Boden wurzeln, deren Blätter aber überwiegend auf dem Wasser aufliegen, werden „Schwimmblattpflanzen“ genannt, und tragen das Kürzel W2
  • „Untergetauchte, submerse Stauden“, deren Triebe und Blätter sich also unterhalb der Wasseroberfläche befinden, tragen das Kürzel W3
  • Freischwimmende Pflanzen haben das Kürzel W4

Auch wenn viele Wasserpflanzen ihr Optimum bei einer gewissen Wassertiefe finden, haben doch manche von ihnen diesbezüglich eine sehr weite Standortamplitude, d.h. daß in der Regel viele Wasserpflanzen nicht nur in der angegebenen Wassertiefe gut wachsen können.
Bei einigen Wasser-Stauden sollten Sie den Wunsch nach eher saurem Moorboden und zum Teil mit nährstoffarmen Wasser berücksichtigten – vorausgesetzt Ihnen ist die Wasserpflanze der Aufwand wert.

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